Techorama Draussen: Sommerzeit? Museumszeit!
Keine Lust auf Töss oder Freibad? Dann wartet im Technorama die vielleicht überraschendste Abkühlung des Sommers.
Das Museum bleibt heute draussen
Fünf Tonnen Wasser donnern als weltgrösster Wassertropfen in die Tiefe. Oben auf der Plattform werden wir klatschnass. Die Kinder jubeln. Bei über 30 Grad im Schatten beginnt der Museumsbesuch wunderbar nass. Wer das Technorama bisher nur als Schlechtwetterprogramm kannte, wird überrascht sein. Denn im Sommer spielt sich das vielleicht spannendste Kapitel draussen ab. Mehr als dreissig Experimentierstationen verteilen sich zwischen Bächen, Wiesen und Bäumen. Und vielerorts dreht sich alles ums Wasser.
In der «Gefassten Wolke» wabern kühle Nebelschwaden zwischen zwei geschwungenen Stahlwänden – erzeugt von 300 Düsen mit Hochdruck. Die Kinder rennen hindurch. Zeitweise sehe ich kaum mehr die Hand vor Augen. Erst beim Sprechen zeigt sich: Hier wird nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Schall experimentiert. Die gebogenen Wände werfen jedes Wort auf überraschende Weise zurück.
Kaum sind die T-Shirts wieder trocken, beginnt es schon wieder zu regnen. Allerdings nur über einem Regenschirm. Beim «Musikalischen Wolkenbruch» verwandeln Tausende Tropfen jeden Schauer in ein neues Klangbild. Wenige Schritte weiter springen die Kinder durch die Wasserhüpfer und machen beim Exponat «Splash Sounds» mit Wasser Musik. Am «Schwebenden Wasserhahn» staunen sie: Wo kommt nur das Wasser her? Und ist es wirklich möglich, beim Exponat «Tanzende Steine» acht Tonnen schwere Steinstele kannst aus eigener Kraft zu bewegen?
Mit voller Windstärke
Zum unangefochtenen Favoriten wird jedoch die Windmaschine. Von einer leichten Brise bis zur Sturmstärke bestimmen die Kinder selbst, wie kräftig ihnen der Wind entgegenblasen soll. Schutzbrille auf. Ein Knopfdruck. Noch einer. Fast eine halbe Stunde vergeht allein hier. Keine Station fesselt die Kinder länger.
Irgendwann meldet sich der Hunger. Am Foodtrailer gibt es Dürüm, Salate, Getränke und natürlich Glacé. Rund um die beiden Grillstellen brutzeln Würste. Wer spontan grillieren möchte, bekommt Chipolatas, Bratwürste und weiteres Grillgut direkt vor Ort. Alternativ gibt es drinnen im Restaurant ein Buffet und täglich wechselnde Menüs. Wir gönnen uns einen Teller mit Salat, während die Kinder längst den nächsten Programmpunkt im Visier haben.
Fast vergessen, nach drinnen zu gehen
Frisch gestärkt zieht es die Kinder zurück ans Wasser. Am Teich wird an der «Wipp-Pumpe» die Raupe befüllt und geleert. Dann wird am verzwickten Zielbrunnen getüftelt, wie man wohl gemeinsam das Ziel erreichen könnte. Dass dabei Hosen und T-Shirts wieder nass werden, gehört dazu. Gut, gibt es auch Trocknungsstationen, denn langsam rückt der Nachmittag vor.
Nach einer Runde am Boyo und einem kurzen «Mond-Spaziergang» besuchen wir zum Abschluss drinnen noch die Elektrizitätsshow und erst als wir das Technorama verlassen, fällt uns auf, dass wir fast sechs Stunden hier verbracht haben – und den grössten Teil davon nicht drinnen sondern draussen zwischen Wasser, Wind und Wolken. Wer hätte gedacht, dass wir ausgerechnet in einem Museum einen wahrhaft erfrischenden Sommertage verbringen würden?
Ein Artikel von Romana Cavalli
Für die Kinderregion testete Romana Cavalli mit ihren Kindern «Technorama Draussen». Sie führt den Insta-Account Busy Kids Switzerland, wo sie die vielen Erlebnisse mit ihrer Community teilt.