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Mai 2026

Einfach weg: Familienkurzferien am Zürichsee

Warum in die Ferne schweifen? Unser Osterwochenende zeigt: Feriengefühl gibt’s auch direkt vor der Haustüre am Zürichsee. Frische Frühlingsluft, wilde Spielplätze, ein Barfusspfad und klingende Waldwege laden zum Entdecken ein, bevor der Tag entspannt mit Seeblick ausklingt. Neugierig? Hier kommen die Details.

Walderlebnispfad Sihlwald

Dieses Osterwochenende schultern wir die Rucksäcke, schnüren die Wanderschuhe und starten unser Abenteuer am Besucherzentrum Sihlwald, einen kurzen Fussmarsch vom Bahnhof Sihlwald. Während das Lagerfeuer lodert (Holz und Rost stehen bereit, bezahlt wird ganz unkompliziert per TWINT), streifen die Kinder neugierig durch die Ausstellung und erobern den grossen Spielplatz. Astnester, Hängebrücken, ein hohler Weisstannenstamm und eine Holzschlange fordern Balance, Mut und Fantasie – und wecken sofort die Lust auf mehr.

Dann brechen wir auf: Der Einstieg in den Walderlebnispfad ist steil – der Kinderwagen bleibt besser zurück – doch schon bald eröffnet sich ein neues Universum. An zwölf Erlebnisposten tauchen wir spielerisch in die Geheimnisse des Sihlwalds ein. Wir zählen Jahrringe, bestimmen Bäume, lauschen natürlichen Klangwelten und entdecken, wie viel Leben im scheinbar stillen Wald schlummert. Ein Holzsteg führt uns durch den Moorwald, Totholz entpuppt sich als Quelle neuen Lebens und wir erfahren, wie ein Baum eigentlich «trinkt». Zwischendurch messen sich die Kinder im Weitsprung mit Waldtieren, balancieren über Holzspiele und beobachten aufmerksam das Leben im Unterholz. Besonders intensiv erleben wir den Barfusspfad: Mit nackten Füssen über Rinde, Steine und Waldboden zu gehen, lässt uns die Natur unmittelbar spüren – ein Erlebnis, das nicht nur kleine Forscher:innen begeistert.

Günstig schlafen mit Seesicht

Warum nach dem zweistündigen Erlebnisspaziergang gleich wieder nach Hause fahren? Wir gönnen uns das volle Feriengefühl und bleiben – direkt am Ufer des Zürichsees. Mit dem Bus gelangen wir über Gattikon nach Thalwil und mit der S-Bahn weiter nach Richterswil. In der Jugendherberge Richterswil beziehen wir zwei helle Doppelzimmer mit Dusche und WC auf dem Flur – unkompliziert und familienfreundlich im Preis. Für grössere Abenteurer:innen gibt es auch 4- oder 6-Bettzimmer mit Etagenbetten. Für uns mit kleineren Kindern noch Zukunftsmusik.

Das Frühstück ist inklusive, das Abendessen lässt sich einfach dazubuchen – unsere Empfehlung. Hungrig bedienen wir uns am Buffet mit Salat, warmem Hauptgang und Dessert. Während wir Eltern noch sitzen bleiben, sind die Kinder längst auf dem Spielplatz oder beim Töggelen verschwunden. Die Stimmung ist entspannt, der Blick über den See weit. So klingt ein aktiver Tag ruhig aus, während die Kinder in Sichtweite ihre letzte Energie verspielen.

Am nächsten Morgen tauchen wir in die vierte Etappe der Via Natura ein – Teil einer 200 Kilometer langen Weitwanderung durch die schönsten Landschaften des Kantons Zürich. Über Horgen erreichen wir mit S-Bahn und Postauto den Horgenberg. Unweit der Haltestelle Horgenberg, Moorschwand begegnen wir zum ersten Mal Hiky, dem Maskottchen der Zürcher Wanderwege, das uns heute begleitet. Wir scannen den QR-Code am ersten von neun Posten und erfahren unsere Mission: Hikys Feldstecher ist verschwunden. Wer ihn gestohlen hat, verrät die Geschichte, die wir unterwegs zu hören bekommen.

Rund vier Wanderkilometer führen entlang offener Felder und durch lichte Wälder, bevor der Weg kurz vor dem steilen Schlussstück beim Besucherzentrum Sihlwald nochmals den Walderlebnispfad streift (Station Baumringe zählen). Gleich zu Beginn lohnt sich ein Abstecher zum Bauernhof der Familie Gachnang: Im Hoflädeli gibt es hofeigenen Apfelsaft, getrocknete Apfelringe und Glacé für den Weg. Damit laufen die Kinder voller Energie voraus und folgen gespannt der lustigen Geschichte, die sie unterwegs auch immer neue Tiere entdecken lässt.

Bei den Pausen zwischendurch sorgt das Begleitbüchlein mit Rätseln und Ausmalbildern für Unterhaltung, das wir vorab nach Hause bestellt haben – erhältlich ist es aber auch später im Besucherzentrum Sihlwald. Die Motivation ist doppelt gross, denn im Büchlein versteckt sich das Lösungswort, das am Ende im Besucherzentrum mit einer kleinen Überraschung belohnt wird: einem Kompass für den Rucksack. So endet unser Kurzurlaub zurück am Ausgangspunkt, dem Besucherzentrum Sihlwald. Zum Abschluss gönnen wir uns eine Stärkung im «Jasys Beizli» auf dem nahen Campingplatz und kühlen die Füsse in der Sihl, bevor uns Bus und Sihltalbahn zurück nach Zürich bringen – mit dem Gefühl, weiter gereist zu sein, als es die Karte vermuten lässt.

Tipp: Wer wieder zurück Richtung Horgen Oberdorf muss, nimmt zu den Öffnungszeiten des Besucherzentrums am besten den Sihlwaldbus (Linie 137) ab Bahnhof Sihlwald (der wie ein Schulbus aussieht).

Fazit
Kein Stau, keine lange Anreise, kein grosses Budget – und trotzdem echtes Feriengefühl: Unser Wochenende am Zürichsee beweist, wie wenig es braucht, um den Alltag hinter sich zu lassen und als Familie gemeinsam etwas zu erleben. Natur, Bewegung, Spiel und eine Nacht am Wasser verwandeln eine einfache Rundreise in unvergessliche Erinnerungen und wecken die Lust auf neue Entdeckungen – zum Beispiel auf weiteren Etappen der Via Natura.

Ein Artikel von Kathi und Christian Dinkel
Bei Little Roamer stehen die zwei kleinen Entdecker:innen Theo und Mathilda im Mittelpunkt. Gemeinsam erkunden sie die Schweizer Alpen, entdeckt besondere Orte und teilt ihre liebsten Geheimtipps über @littleroamer_wanderblog.

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